Truth v10.101681
edit,
back

● Gestaltungsbüro im Aufbau

META

Status: ongoing
Aspects: cooperation, support
Team: Moritz Neuland Luisa Kaiser Paula Schumacher Louise Holtz
PARTNERS ROSA Welcome Café
Semester: J_2021-22

DESCRIPTION

KONTEXT
Weltweit sind Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Armut und Verfolgung. Das Ziel vieler Menschen auf der Flucht ist Europa; die EU jedoch schottet sich in zunehmender Grausamkeit ab und nimmt das massenhafte Sterben an ihren Grenzen in Kauf. Asylsuchende werden aber auch in Deutschland systematisch in äußerst prekäre Lebenssituationen gezwungen. Die Aufgabe, ihnen zu helfen, ob an den Außengrenzen der EU oder in Deutschland, wird oft von zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen übernommen. Auch deren Arbeit ist angesichts des staatlichen Versagens prekär; Ressourcen, um über gestalterische Aspekte ihrer Tätigkeit nachzudenken, bleiben meist kaum.
Design kann in diesem Kontext einen Beitrag leisten: bei der Gestaltung von Arbeitsabläufen, bei der Kommunikation mit den Betroffenen, und selbstverständlich beim Vermitteln der eigenen Tätigkeit an eine (z.B. geldgebende) Öffentlichkeit. Informationen und Positionen von Akteur\*innen werden idealweiser leichter zugänglich  und können somit niedrigschwelliger in den gesellschaftlichen Diskurs einfließen.

Aus dieser Gemengelage heraus wollen wir unsere Ressourcen (Zeit, Expertise, Infrastruktur der Hochschule) Menschen zur Verfügung stellen, die im Kontext der Geflüchtetenhilfe tätig sind.

PERSPEKTIVE
Wir lehnen die menschenverachtende Praxis der EU und Deutschlands an den Außengrenzen ab. Grenzziehungen und die Illegalisierung von Menschen sehen wir als Produkte einer kapitalistischen Gesellschaftsstruktur, die es anzugreifen bzw. aufzuzeigen gilt. Trotz der Dringlichkeit der politischen und sozialen Missstände um uns herum wollen wir nicht in einen Reaktions- bzw. Produktivitätsdruck verfallen; wir befinden uns in einem Findungs- und Lernprozess. Dieser Prozess ist uns wichtiger als ein bestimmter Output. Das Gestaltungsbüro ist deswegen nicht als Dienstleisterin zu verstehen, sondern als Unterstützungsstruktur, die selbst immer wieder mit Zweifel, Fehlern und Umwegen konfrontiert ist. Ein stetiger Austausch untereinander, sowie mit den Lehrenden und Auftraggeber\*innen, ist grundlegend für unsere Arbeit. Das Gestaltungsbüro operiert deswegen nicht in der selben Zeitlogik wie eine kommerziell-kapitalistische Designstruktur. Fragend schreiten wir voran!

ANSATZ
Wir glauben, dass die spannenden Aspekte kollektiver politischer (Gestaltungs-)Arbeit vor allem im Ausprobieren sichtbar werden. Wir befinden uns momentan in unserer ersten Zusammenarbeit mit ROSA e.V. und nehmen die Erfahrungen daraus mit in die Dokumentation unserer Arbeitsstruktur.

OFFENE FRAGEN
Nach welchen Kriterien sichern wir unsere Unterstützung zu?
Brauchen wir vertragliche Absicherung mit unseren Klient\*innen?
Wie kann eine Wertschätzung unserer Arbeit abseits von Geld aussehen?
Wie kann unsere Arbeit langfristig nutzbar für Gruppen werden, auch nach unserer konkreteren Zusammenarbeit?
Wie können wir es vermeiden, nur Dienstleister\*innen zu sein?
Was sind Tools für gute und klare Kommunikation innerhalb der Gruppe und mit den Klient\*innen?
Was unterscheidet uns von einem kommerziellen Designbüro?
Wir können wir abseits von schneller Hilfeleistung eine Struktur kritisieren, die humanitäre Hilfe vom Staat auf die Basis abwälzt?


ZIEL
Aus den aufkommenden Fragen, Konflikten und Erkenntnissen soll ein Konzept für das Gestaltungsbüro entstehen, dass unseren Arbeitsmodus und unsere Überlegungen dokumentiert, einen Rahmen für Fragen und Spannungsfelder findet und das von anderen Studierenden übernommen und weitergeführt werden kann.

Außerdem sollen für ROSA e.V. eine Art Gestaltungs-Baukasten (u.a. für Instagram) entstehen, der selbstständig weiterverwendet werden kann, sowie verschiedene kleinere Gestaltungsarbeiten.

PROTOCOLS

Fragen zur Zwischenpräsentation (211221)

● What criteria do we use to pledge our support?
● Do we need contractual safeguards with our clients?
● How can our work be appreciated apart from payment?
● How can our work be useful for groups in the long term,
even after our immediate cooperation?
● How can we a…

● What criteria do we use to pledge our support?
● Do we need contractual safeguards with our clients?
● How can our work be appreciated apart from payment?
● How can our work be useful for groups in the long term,
even after our immediate cooperation?
● How can we avoid being just service providers?
● What are tools for good and clear communication
within the group and with the clients?
● What distinguishes us from a commercial design agency?
● How can we critique a structure that shifts humanitarian aid
from the state to the grassroots?

Some references: EVENING CLASS, London
JOYFULL MILITANCY, book

Riso Postkarten (211214)

FILES

flyer-arbeitsstand.jpeg overview.png postkarten1.jpg postkarten2.jpg rosa-post-bag.png rosa-post-hoodie.png rosa-post-shirts.png rosa_postkarten.jpg workflow_miro.png z_instagram_vorschlage-01.png

All rights reserved. If you want to know more about this project or if you are interested in a collaboration, please let us know by sending an email info@truth.design.