Truth v10.84724
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● D-Tox

META

Status: archived
Aspects: equality
Team: Jule Eretier Paula Schumacher
Semester: H_2020-21

DESCRIPTION

Im letzten Herbst jährte sich der antisemitische, rassistische und antifeministische Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle zum ersten Mal; im Dezember folgte das gerichtliche Urteil über den Attentäter: lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Ist doch alles geklärt jetzt, könnte man meinen? Mitnichten! Wir, die Redaktion von D-TOX, halten eine intensivere Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Kontext der Tat für unverzichtbar, um ihre zukünftige Wiederholung zu verhindern. Wir blicken mit Wut und Enttäuschung auf die staatliche Aufarbeitung: Einzeltäter? Auf keinen Fall. Vielmehr die Spitze des Eisbergs aus latentem Antisemitismus, Rassismus und nicht zuletzt latenter Misogynie, der bis tief in die Mitte unserer Gesellschaft reicht. Diese menschenverachtenden Ideologien verbinden sich in einem zentralen Bild: dem Bild vom potenten, souveränen, autonomen, rationalen Mann. Zusätzlich zum Bezug auf dieses reaktionäre Männlichkeitsbild fallen bei Betrachtung des rechtsextremen Terrors von Halle noch weitere Charakteristika auf, die diesen mit den Taten von Hanau, Christchurch, El Paso bis hin zu Utøya verbinden: die Vernetzung und Politisierung der weißen, männlichen Täter im Internet. Höchste Zeit, einen genaueren Blick auf beide Aspekte zu werfen und eine breitere gesellschaftliche Debatte anzustoßen!

Die Artikel in unserer sechsteiligen Zine-Reihe werfen einen Blick auf die Verknüpfungen zwischen Männlichkeit, Online-Kultur und rechter Gewalt aus einer linken, emanzipatorischen, feministischen Perspektive. Wir drucken sie in Absprache mit Autorinnen ab, deren Arbeit wir schätzen. Zusätzlich geben wir auf der Rückseite unseres Faltzines sechs Illustratorinnen bzw. Fotografinnen den Raum für eine visuelle Auseinandersetzung mit den Themen unserer Hefte. Diese werden ab dem 13. Mai 2021 zweimonatlich erscheinen und an einschlägigen Orten in Halle und Leipzig zu finden sein. Unsere Inhalte werdet ihr sonst auch archiviert auf unserer Website d-toxzine.de finden oder folgt uns bei @dtoxzine. Wir wollen in euren WGs, Freundschaften, Beziehungen Diskussionen anstoßen und Fragen nach individueller und politischer Verantwortung aufwerfen. Denn: rechte Gewalt geht uns alle an! Und nur im kontinuierlichen Gespräch über die herrschenden Zustände können wir Wege finden, gemeinsam auf deren Veränderung hinzuarbeiten.

*Zines (von engl. Magazine) sind in kleiner Auslage gedruckte DIY-Publikationen, die sich anstatt einer kohärenten redaktionellen Linie zu folgen eher als assoziative Sammlung von Eindrücken und Ideen verstehen. Wir haben die Form des Faltzines gewählt: ein achtseitiges Heft in A5, dass sich auseinander falten lässt zu einem Plakat der Größe A2.

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ausgabe-gaming.pdf ausgabe_1_mannlichkeit.pdf ausgabe_2_incels.pdf be-longing-towards-a-feminist-politics-of-relation-aimee-carrillo-rowe.pdf screenshot-2021-05-12-at-17.48.47-01.png

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